Der aktuelle Höhenflug des Euro lässt die USA als wahres Einkausparadies erscheinen. Doch wie günstig ist der Einkauf wirklich und über welche Hürden sollte man nicht stolpern?
Sales Tax, die amerikanische MehrwertsteuerZuerst einmal ist bei der Preisrecherche zu beachten, dass Preise in USA immer ohne Sales Tax ausgewiesen werden. Die Sales Tax ist das amerikanische Pendant zur deutschen Mehrwertsteuer (na ja nicht ganz, aber der Unterschied tut hier nichts zur Sache). Der Unterschied zu Deutschland ist die Tatsache, dass sie von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich ist. Während sie in Lousiana, New York, Tennessee und Washington 8,25% oder sogar mehr ist, verlangen die Staaten Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon gar keine. Im US-amerikanischen Durchschnitt sind es 6,5%. Hier findet ihr eine genaue Übersicht der Sales Tax.
Manchmal erheben nicht nur die Bundesstaaten sondern auch die Städte selbst noch eine Sales tax, insgesamt also eine uneinheitliche Sache, deswegen werden auch alle Waren ohne tax ausgezeichnet.
Manchmal erheben nicht nur die Bundesstaaten sondern auch die Städte selbst noch eine Sales tax, insgesamt also eine uneinheitliche Sache, deswegen werden auch alle Waren ohne tax ausgezeichnet.
Zu zahlen ist die Sales Tax, wenn man vor Ort kauft. Wenn man nachweist, dass man die Waren ausführt, kann man im Einzelfall die Sales Tax sparen. Dies bieten aber nicht alle Geschäfte an. Sie sind dazu nicht verpflichtet und es ist eine Menge Papierkram. Wenn man per Internet bestellt ist es zumindest bei den großen Versendern normal diese ebenfalls nicht zu erheben. Lesen Sie aber vorsichtshalber bei Ihrem Händler nach.
Deutsche Mehrwertsteuer
Wenn man die Kamera nun ordentlich beim Zoll deklariert, wird bei der Einfuhr in Deutschland die 19% Deutsche Märchensteuer fällig. Sie wird auf den in der Rechnung genannten Preis ggf. inkl. der gezahlten Sales Tax fällig. Wer meint er kann sie sich sparen, sollte mal nachlesen wie es diesem Fotofreund erging.
Zoll
Neben der Mehrwertsteuer kommt der nächste Posten nämlich der Zoll. Je nach Produkt werden bis zu 7% Zollgebühr fällig. Meines Wissens fallen bei digitalen Fotokameras 0% Zoll an, während es bei Objektiven 6,7% sind. Bei einigen Artikeln sind es sogar über 7%. Eine genaue Übersicht wieviel für welchen Artikel fällig wird findet ihr auf den Seiten des Zolls oder mit Artikelsuche auf der Seite der Europäischen Kommission.
Versandkosten
Wer sich den Artikel senden lässt zahlt zwar keine Sales Tax, dafür schlagen die Versandkosten zu Buche. Dies können je nach Produkt 30-50 Eur ausmachen.
Also nochmal zusammenfassend.
Beim Produktkauf gibt es die zwei Varianten.
Variante 1: Einkauf während eines USA Aufenthalts. Bei ordentlicher Deklaration werden fällig.
Meist Amerikanische Sales Tax: (0-8,x %)
Deutsche Zollgebühren: bis zu 7%
Deutsche MwSt: 19%
Blöderweise beziehen sich die Sätze nicht auf den Nettopreis sondern das Ergebnis der vorherigen Rechnung. Also Zollgebühr auf Preis+Sales Tax. MwSt dann auf den Preis inkl. Zollgebühr.
Variante 2: Online Bestellung. Es werden fällig.
Versandgebühren: 30-40 EUR
Deutsche Zollgebühren: bis zu 7%
Deutsche MwSt: 19%
Unter'm Strich
So und wieviel spart man jetzt unterm Strich? Exemplarisch sind nachfolgende einige Produkte für Variante 2 (Versand) verglichen. In den ersten Spalte findet sich der amerikanische Preis in US$ ohne Sales Tax. In der vorletzten Spalte findet sich der Preis im Versandfall inklusive aller Zusatzkosten. In der letzten Spalte findet sich ein sehr guenstiger Preis von zuverlässigen Deutschen Versendern inkl. 10 EUR Versandkosten.

Während die Kompaktlameras und Einsteiger Spiegelreflexkameras in USA nicht guenstiger, teilweise oder sogar teurer als in Deutschland sind, dreht sich es sich bei teuren Objektiven und SLRs um. Diese sind in USA um 100 bis 300 Euro guenstiger zu erstehen.
Die andere Seite der Medaille
Ob diese Ersparnis es einem Wert ist in USA zu kaufen oder zu bestellen, muss nun jeder selbst entscheiden und gegen die Nachteile abwägen. Diese sollten nämlich nicht unterschlagen werden:
- Keine oder aufwändige Garantieabwicklung. Wie vor allem macht man dem Zoll klar, dass es eine Garantieabwicklung ist und nicht noch einmal Zoll fällig wird. Das könnte ja jeder behaupten...?
- Keine Umtauschmöglichkeit
- Kein Widerrufsrecht/Fernabsatzgesetz
- Längere Lieferzeit
- Unbekannte Händler
- Vielleicht auch mal falsche Stecker (110V) und nicht zugelassene Frequenzen.
Alle Angaben sind nach bestem Wissen gemacht. Bitte erkundigt euch bei geplanten Käufen nochmal selbständig bei den jeweiligen Stellen. Ich übernehme keine Haftung und Garantie für die genannten Informationen.
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